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Verwaltungsmodernisierung

Verwaltung an den Bedürfnissen der Menschen ausrichten

Um es gleich klarzustellen: Meine Vorstellungen von einer modernen Verwaltung sind nicht gegen die vielen kompetenten und motivierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Stadtverwaltung und ihrer Tochtergesellschaften gerichtet. Sie sind gut ausgebildet und leistungsbereit. Dennoch wirken viele Mitarbeiter ausgebrannt. Der Krankenstand ist überdurchschnittlich hoch. Dies liegt an althergebrachten und hierarchiezentrierten Arbeitsweisen, die wenig mitarbeiterfreundlich sind. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erfordert mitarbeiterorientierte Arbeitsformen. Ich möchte die Voraussetzungen für eine gute Verwaltungsarbeit schaffen, indem ich die Erfahrungen und die Tatkraft der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nutze. Gemeinsam können wir die Verwaltungsstrukturen und Verfahrenswege verbessern. Dies dient unserer Stadt und auch der Wertschätzung der Verwaltungsarbeit.

Lübeck braucht dringend ein Personalentwicklungskonzept. Viele Mitarbeiter gehen zeitnah in den Ruhestand. Der Wettbewerb um gute Mitarbeiter wird größer. Ohne einen konzeptionellen Hintergrund, ohne Kenntnis der Bedarfe und Strukturen wird sich die Mitarbeitersituation weiter verschärfen. Das fast beliebige Schaffen und Streichen von Planstellen je nach Haushaltslage führt zu schlechten Arbeitsbedingungen und Frustration. Leidtragende sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Folgen sind Unzufriedenheit und hoher Krankenstand. Ein zeitgemäßes Personalentwicklungsmanagement ist unverzüglich anzugehen.

Ich sage dem Parteien-Filz im Rathaus den Kampf an. Parteilichkeit, Begünstigungen und Vetternwirtschaft schaden dem Allgemeinwohl und haben im Rathaus nichts zu suchen. Ich bin nicht in einem Klüngel verwickelt und muss keine Rücksichten nehmen. Ein Bürgermeister, der von Parteien und Fraktionen unabhängig ist, kann solche Machenschaften abstellen. 

Bürgerservice stärken, statt Abbau von Dienstleistungen

Ich möchte den Menschen in den Fokus des Verwaltungshandelns rücken. Dazu sind Verfahrenswege zu modernisieren. Kommunikation und Kooperation sind zu stärken. In den Stadtteilen sind Bürgerbüros notwendig, die zu einer guten Versorgungsstruktur beitragen und die gemeinsam mit weiteren Angeboten das örtliche Zentrum und den Lebensmittelpunkt der Menschen stärken.  In Lübeck werden immer noch die Kernaufgaben der Verwaltung, die nach § 16 Gemeindeordnung zu erbringen sind, vernachlässigt. Danach besteht die Pflicht zur Unterrichtung der Einwohner, die Anhörung der Einwohner und die Hilfestellung in Verwaltungsangelegenheiten. Diese wichtige Dienstleistung der Verwaltung möchte ich dezentral in Bürgerbüros in den Stadtteilen einrichten. 

Partizipation bei Entscheidungsprozessen

Die geänderten Anforderungen unserer heutigen Informationsgesellschaft müssen in die Köpfte der Verantwortlichen. Interessierte und Betroffene sind gut informiert und wollen ihre Belange einbringen. Partizipation und Konsultation unterstützen Verwaltungsarbeit und behindern sie nicht. Lübeck hat hier deutliche Defizite, die ich beseitigen will.  Ich möchte mit den Menschen im Gespräch bleiben, ihre Anliegen kennenlernen, mich für eine bessere Lebensqualität vor Ort einsetzen. Dazu gehören für mich regelmäßige Einwohnerversammlungen auf Stadtteilebene und Einwohnersprechstunden. Ich möchte mich mit den Sorgen der Menschen auseinander setzen. Daneben ist der enge Kontakt zu den Institutionen der Stadtgesellschaft wichtig. Sie tragen durch ihre ehrenamtliche Arbeit zum Allgemeinwohl bei. Diese Arbeit nehme ich ernst und möchte sie stärken.

 

Gemeinsam mit den Menschen in der Verwaltung will ich die Verwaltungsstrukturen modernisieren. Dazu gehört für mich auch das kritische Hinterfragen des Verwaltungshandeln. Bürokratieabbau ist in erster Linie Aufgabe von Europa. Aber auch in Lübeck sollte man sehr sorgfältig prüfen, welche Aufgaben und Leistungen bei den knappen Ressourcen bewältigt werden können. Auf keinen Fall sollten neue Bürokratiemonster geschaffen werden. Es gibt ganz viele Ansätze, die dringend angegangen werden müssen: die Digitalisierung bietet große Chancen, Behördenverfahren können durch E-Government optimiert werden. Doppelstrukturen gehören abgebaut und Behördenkooperationen müssen entwickelt werden.

 

über Detlev Stolzenberg

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