Kultur

Kultur in Wert setzen

Lübeck ist reich an Kulturschätzen, Kultureinrichtungen und Baudenkmalen. Sie müssen besser in Wert gesetzt werden, für die Menschen in unserer Stadt, für die vielen Gäste und für die kommenden Generationen. Unser kulturelles Erbe ist ein wertvoller Schatz, der besser erlebbar gemacht werden kann und mit dem behutsamer umgegangen werden muss.

40 Millionen Euro in das Projekt Kulturhauptstadt zu investieren sehe ich als den falschen Weg. Vielmehr möchte ich die vielen bestehende und wichtige Kultureinrichtungen unterstützen und fördern. Dazu gehören auch Angebote nicht etablierter Subkultur, die unsere Stadt bereichern. Renommierte Einrichtungen sind für Lübeck sehr wichtig. Ihre Finanzierung durch Zuschussgeber möchte ich intensivieren, damit für Kultur und Denkmalpflege ausreichend eigene Mittel verbleiben. All diesen Angeboten trete ich aufgeschlossen gegenüber und sehe in ihnen eine Bereicherung unserer Kulturlandschaft.

Prioritäten ändern

Die Musik- und Kongresshalle gehört zu Lübeck, ihr Angebot ist wichtig. Die jetzt erfolgte Sanierung sichert eine vollständige Nutzung des Gebäudes. Dies ist gut so. Aber weitere 15 Mio € mit einem Eigenanteil der Stadt von 10 Mio € für eine Modernisierung der MuK kann sich Lübeck nicht leisten. Und jedes Jahr bis zu 1,5 Mio € Defizit in der Bewirtschaftung auch nicht. Hier will ich eine Lösung mit allen Beteiligten entwickeln. Weiter so geht nicht.

Die Umgestaltung und Erweiterung des Buddenbrookhauses hat für mich große Priorität. Der derzeitige Zustand ist unhaltbar. Leider hat man die Chance vertan, den Grundriss in den Blockinnenbereich zu erweitern. Bei diesem Museum mit weltweiter Bedeutung kann es gut gelingen, die benötigten Finanzmittel vollständig von Fördergeldgebern zu erhalten. Daran muss intensiv gearbeitet werden. Die knapp 2 Mio € Eigenanteil der Stadt sind zu hoch.

Besonderheiten wertschätzen

Lübecks Welterbe-Titel ist Auftrag und Verpflichtung. Doch wichtige Elemente der erlebbaren Lübecker Stadtgeschichte werden heute von den Verantwortlichen zu gering bewertet. Solch einer Gedankenlosigkeit will ich entgegen steuern. Der mittelalterliche Stadtgrundriss und die Parzellenstruktur müssen stärker in das Bewusstsein der Menschen rücken. Einzelanlagen wie die Hubbrücken, die historische Hafenanlage, der mittelalterliche Koberg aber auch neuere Kulturdenkmale müssen in ihrer Bedeutung erkannt und heraus gestellt werden, damit gebaute Stadtgeschichte konkret erlebbar bleibt. Dazu gehört auch die Verpflichtung der Stadt, dem Stadtbild und dem Denkmalschutz besondere Bedeutung beizumessen. Die Leistungsfähigkeit dieser beiden Bereiche der Verwaltung muss dringend gestärkt werden. Diese Besonderheiten unserer Stadt sind kein Hemmnis für die Stadtentwicklung sondern eine einmalige Chance. Unsere Verantwortung das Erbe zu bewahren ist in die Stadtgesellschaft hinein zu tragen. Dazu benötigt Lübeck ein Welterbe-Zentrum. Dies ist absolut dringlich und generiert eine weitere Wertschöpfung.

Zum Thema Kultur gibt es viele Baustellen, die ich gerne angehen möchte: Die Völkerkundesammlung muss wieder gezeigt werden. Wir brauchen eine Lösung für das Archiv. Unsere Museen müssen konzeptionell weiter entwickelt werden. Die Finanzierung des Theaters ist langfristig zu sichern. Hier passiert für meinen Geschmack zu wenig. Ich möchte als Bürgermeister gemeinsam mit allen Kulturschaffenden daran arbeiten, Lübeck als Kulturstadt weiter zu entwickeln.

über Detlev Stolzenberg

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