Start / Meine Themen / Bürgerservice ist mehr als ein Bürgerkoffer

Bürgerservice ist mehr als ein Bürgerkoffer

Bürgerservice ist mehr als ein Bürgerkoffer

Gemeinsames Konzept für Bürgerservice erstellen

Stadtverwaltung muss sich auf Bürger einstellen !

Bürgerservice – In der Juni-Sitzung der Bürgerschaft wurde die Verwaltung beauftragt, bis September ein beschlussreifes Konzept zum dezentralen Bürgerservice vorzulegen. Zum einen müssen die desolaten Zustände in den Stadtteilbüros abgestellt werden. Zum anderen soll sichergestellt werden, dass die Wege zu den Dienstleistungen der Stadtverwaltung kürzer werden. Inzwischen ist klar, dass Bürgerkoffer die regulären Serviceangebote eines Bürgerbüros nicht ersetzen können. Es reicht auch nicht aus, einfach die alten Stadtteilbüros wieder zu öffnen. Bürgerservice muss in Lübeck grundsätzlich neu aufgestellt werden. Bei der jetzt anstehenden Erstellung eines zukunftsfähigen Konzeptes wäre die Verwaltung gut beraten, ein gemeinsames Konzept mit allen beteiligten Akteuren zu erstellen.

Als Bürgermeister werde ich mich für offene und kommunikative Entscheidungsprozesse einsetzen. Gemeinsam mit den kompetenten und hoch motivierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Verwaltung, gemeinsam mit den Menschen in den Stadtteilen und den Akteuren der Kommunalpolitik wird es gelingen, die Herausforderung an die Zukunftsfähigkeit unserer Stadt zu meistern.

Verwaltung muss sich auf die Anforderungen der Bürger einstellen

Es gibt viele vergleichbare Großstädte, von denen Lübeck beim Bürgerservice lernen kann. Kiel und Rostock bieten selbstverständlich dezentralen Bürgerservice an. Krefeld mit nahezu gleicher Einwohnerzahl, aber deutlich kleinerem Stadtgebiet, hat neun Bürgerbüros, Mannheim sogar 16 Bürgerservicestellen.  Diese Bürgerbüros sind für die Nutzer attraktiv, weil lange Öffnungszeiten, ein fester Personalstamm und vielfältige Leistungsergänzungen angeboten werden.

Als Bürgermeister werde ich mich für die schnelle Wiedereröffnung der Stadtteilbüros in Kücknitz, in Moisling und in St. Lorenz einsetzen. Hier sind die benötigten Räume und Anschlussleitungen vorhanden. Dadurch wird eine schnelle Verbesserung der Situation der Stadtteilbüros möglich werden. Daneben ist die Konzepterstellung und die Auswertung der Erfahrungen vergleichbarer Kommunen anzugehen.

Ich möchte eine moderne Stadtverwaltung mit attraktiven Online-Dienstleistungen, die den Gang zum Amt in vielen Fällen nicht mehr notwendig machen. Bürgerbüros der Zukunft bieten aber mehr als reine Meldeverfahren. Sie sind erste Anlaufstelle, bei allen Angeboten der Stadtverwaltung, bei Informationen zu öffentlichen Vorhaben oder bei Anregungen von Bürgern. Hier können Bauanträge abgegeben werden. Hier können Bebauungspläne eingesehen und Anregungen abgegeben werden. Nach den gesetzlichen Anforderungen ist die Stadtverwaltung für die Unterrichtung und Beratung sowie die Hilfestellung bei allen öffentlichen Anliegen erster Ansprechpartner. Online-Angebote und das Internet können nicht die Informationsmöglichkeiten, die Nachfragen, das Beratungsangebot und die direkte Hilfestellung durch ein Bürgerbüro vor Ort nur ergänzen. Dieses Selbstverständnis der Stadtverwaltung ist eine wichtige Grundlage dafür, das auch bei behördlichen Verfahren der Ablauf und die Zusammenarbeit reibungsloser funktionieren kann.

Bürgerservice ist dann gut, wenn sich Verwaltung auf den Bürger einstellt. In Lübeck ist dies nicht der Fall. Hier muss sich der Bürger noch auf die Unzulänglichkeiten der Verwaltung einstellen. Dies ist eine der ganz großen Herausforderung in unserer Stadt, die ich zügig angehen möchte.

Detlev Stolzenberg – Frischer Wind ins Lübecker Rathaus

über Detlev Stolzenberg

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

%d Bloggern gefällt das: