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Sicherheitsbedürfnis der Bürger/innen ernst nehmen

Krähenstraße

Probleme erkennen und couragiert Lösungen erarbeiten

Lübeck ist weltoffen. Ich freue mich über die große Vielfalt und über die unterschiedlichen Lebensentwürfe, die hier möglich sind. Deshalb trete ich in Lübeck für ein neues Miteinander ein. Toleranz und gegenseitige Rücksichtnahme sind mir wichtig. Allerdings findet die persönliche Freiheit dort ihre Grenzen, wo Rechte anderer verletzt werden. Grenzüberschreitungen und Regelverstöße dürfen nicht bagatellisiert werden. Deshalb möchte ich mich als Bürgermeister dafür einsetzen, dass keine sozialen Brennpunkte entstehen oder Menschen im öffentlichen Raum Angst erleben. Die von mir hier benannten Zielsetzungen bedeuten ein vermehrtes Kümmern, Vorsorgen und Hilfestellung geben. Helfen statt wegschauen. Die finanziellen Aufwendungen dafür werden durch die positiven Effekte bei weitem kompensiert.

Brennpunkte vermeiden durch Sozialarbeit und Therapieangebote

Ich möchte in Lübeck die Sozialarbeit stärken mit Beschäftigungs- und Qualifizierungsmöglichkeiten für junge Menschen und die professionellen Therapieangebote weiter entwickeln. Es gibt in unserer Stadt einen hohen Bedarf an Sozialarbeit. Jeder zehnte Jugendliche bricht die Schule ab, deutlich mehr als im Landesdurchschnitt. Hier muss Schule gegenwirken und mit sozialen Netzen auffangen und Perspektiven geben. Geflüchtete finden aufgrund von fehlenden Sprachkenntnissen keine Arbeit. Gerade junge Männer langweilen sich. Gemeinsam mit den vielen Trägern der Sozialhilfe in unserer Stadt und mit engagierten Ehrenamtlern möchte ich konkrete Maßnahmen voranbringen, die die Integration fördern. Hier möchte ich als Bürgermeister mehr investieren, um Folgelasten reduzieren zu können.

Keine Freiräume für Kriminalität

Der Kampf gegen die weitere Ausbreitung von Drogenhandel und Zwangsprostitution ist mir wichtig. In Lübeck haben sich von behördlicher Kontrolle weitgehend freie Räume entwickelt. Der Drogenhandel am Drogen-Treffpunkt Krähenteich, die Zweckentfremdung von Wohnraum für die Ausübung des Prostitutionsgewerbes gehören hierzu. Betroffenen Menschen muss Hilfestellung geboten werden, sie dürfen nicht zusätzlich kriminalisiert werden. Neben verstärkter, betreuender Sozialarbeit sind aber auch alle rechtlichen Möglichkeiten von Verwaltung und Polizei auszuschöpfen.

Sicherheitspartnerschaft weiterentwickeln

Die Sicherheitslage in unserer Stadt bedarf einer näheren und ständigen Analyse. Stadtverwaltung, Polizei und Träger der Sozialarbeit arbeiten seit langem gemeinsam an dieser Aufgabe. Diese Sicherheitspartnerschaft möchte ich auf konkrete Problembereiche unserer Stadt ausweiten und die Öffentlichkeit einbeziehen. Die Erfahrungen der Einwohner/innen aus der Nachbarschaft und ihr Wissen können helfen, Missstände zu erkennen und Lösungsansätze heraus zu arbeiten.

Ordnungsrechtliche Regeln durchsetzen

Falschparken an Kreuzungen und auf Zebrastreifen, unerlaubtes Fahren in Innenstadtstraßen, Geister- und Rüpelradler –  in Lübeck werden ordnungsrechtliche Regeln häufig missachtet. Dies ist nicht hinnehmbar. Regelverletzungen dürfen nicht bagatellisiert werden, da sonst ein friedliches und rücksichtsvolles Gemeinschaftsleben beeinträchtigt wird. Dennoch benötigt Lübeck keine kommunale Polizei. Ich möchte den Ordnungsdienst durch entsprechende Fortbildung und veränderter Prioritätensetzung neu aufstellen, um diese erweiterten Aufgaben zu übernehmen. Gleichzeitig müssen möglicherweise unnötige Regelungen korrigiert werden. 

Verwahrlosungstendenzen im öffentlichen Raum bekämpfen

Als Bürgermeister werde ich mich dafür einsetzen, den sichtbaren Tendenzen einer Missachtung öffentlicher Einrichtungen entgegenzuwirken. Öffentliche Räume und Einrichtungen müssen für Jedermann erhalten und nutzbar bleiben. Wir brauchen deshalb Plätze, an denen Sprayer legal ihrer Kunst nachgehen können. Wir brauchen mehr öffentliche Toiletten. Wir brauchen in Lübeck mehr Plätze für Obdachlose.

Öffentliche Sicherheit ist mehr als Polizei

Lübeckerinnen und  Lübecker, Touristinnen und Touristen sollen sich in unserer Stadt sicher fühlen. Ich werde in Gesprächen mit der Polizeiführung den Erhalt der Polizeistationen in Lübeck und die Schwerpunkte der sichtbaren Präsenz von Polizeibeamten behandeln. Maßnahmen zur Aufrechterhaltung und Stärkung eines funktionsfähigen Feuerwehr- und Rettungssystems in Lübeck werde ich vorantreiben.

über Detlev Stolzenberg

2 Kommentare

  1. Florian Berberich

    Guten Abend Herr Stolzenberg,

    ich habe ein paar Fragen und Anmerkungen zu Ihrem Artikel:

    1. Schulabbrecher:
    „Jeder zehnte Jugendliche bricht die Schule ab“ Ich habe mir den zugehörigen ln-Artikel angeschaut aber auch den Bildungsbericht, auf den sich dieser bezieht. Das mit der Abbrecherquote von 9,6% ist Humbug. Interessant ist hier die Tabelle D3-12 im Bericht „Schulische Bildung in Schleswig-Holstein 2017“ (Seite 177).
    Nichtsdestotrotz ist eine Abbrecherquote von mindestens 4,7% natürlich zu hoch. Deshalb eine konkrete Frage an Sie – wo sehen Sie die Gründe hierfür und was sind Ihre konkreten Pläne zur Verminderung der Abbrecherquote?

    2. Arbeitsangebote für Geflüchtete:
    Welche Art von Arbeitsangeboten schweben Ihnen hier vor? Und wieso heben Sie die Männer hervor? Gibt es für Frauen (abseits der weiter unten beschriebenen Prostitution) denn Arbeitsangebote?

    3. Soziales Miteinander:
    Mehr Miteinander hätten wahrscheinlich viele gerne. Aber hier stellt sich mir auch wieder die Frage, wie Sie dies konkret fördern wollen?

    4. Öffentliche Toiletten und alternative Kunstobjekte
    Ich habe hier an die Blumen-Urinale denken müssen, die es (angeblich) seit kurzer Zeit in Paris gibt; allerdings denke ich eher, dass die Sätze einfach unglücklich formuliert sind. (Wobei solche Urinale durchaus Vorteile hätten… ich denke da an die Unterführung am Mönkhofer Weg.) Auch hier wieder – wie sollen die Toiletten aussehen? Sollen überall Toilettenkästen (Dixi-Klos) rumstehen oder haben Sie etwas Ästhetischeres im Sinn?

    Mit freundlichen Grüßen
    Florian Berberich

    • Detlev Stolzenberg

      Vielen Dank für Ihren Kommentar. Aufgrund vieler Anfragen komme ich erst jetzt dazu, zu antworten.
      1. Schulabbrecher: Jeder Schulabbrecher ist einer Zuviel. Ich möchte verstärkt in Jugendarbeit investieren. Die Stadt hat sich kontinuierlich aus der Jugendsozialarbeit zurück gezogen. Es gibt zu wenig betreute Jugendtreffpunkte in den Stadtteilen. Hier muss dringend investiert werden, um Jugendlichen Perspektiven zu geben und rechtzeitig Hilfestellung zu geben. Als Vater von drei inzwischen erwachsenen Söhnen habe ich da persönliche Erfahrungen gemacht. Manche Jugendliche brauchen neben dem Elternhaus Ansprechpersonen und persönliche Ansprache.
      2. Arbeitsangebote: Meine Forderung nach Arbeitsmöglichkeiten beziehen sich natürlich auf alle Geschlechter. Bei jungen Männern sind allerdings die Auswirkungen von Nichtbeschäftigung und Langerweile besonders augenfällig. Es gibt so viele sinnvolle Tätigkeiten, die im Rahmen gemeinnütziger Einrichtungen und Vereine geleistet werden können. Wichtig ist auch ein Mitwirken der notwendigen Arbeiten in den Gemeinschaftsunterkünften: Gartenarbeit, Reinigungsarbeiten, Kinderbetreuung. Dies muss organisiert und angeboten werden.
      3.Soziales Miteinander wird von allen Seiten gewünscht. Barrieren lassen sich überwinden, wenn Möglichkeiten zur Begegnung und zum Austausch vorgesehen werden. Dafür sind Kümmerer notwendig, so eine Art Integrationslotsen, die einfach Angebote bieten und vermitteln.
      4. Öffentliche Toiletten müssen her und sie müssen ins Stadtbild passen. Statt einfach etwas abzubauen, wie am Markt, muss auch an Ersatz gedacht werden. Der Rathaushof soll umgestaltet werden. Da muss ein öffentliches WC berücksichtigt werden. Ebenso bei der Umgestaltung des Marienkirchhofs. Solange aber keine öffentlichen Toiletten da sind, müssen Kooperationen mit privaten Geschäftsleuten (Karstadt, Ratskeller, Haerder-Center) verabredet werden. Die Idee der Netten Toilette ist charmant, reicht aber nicht, da dies nicht einen öffentlichen Charakter hat. Zur Not müssen übergangsweise auch Toilettenkästen temporär aufgestellt werden. Die können wieder entfernt werden, wenn öffentliche Klos endlich da sind.

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